Juist rüstet sich für das 11. Musikfestival
Ausnahmezustand auf der Nordseeinsel Juist: Wie jedes Jahr am Himmelfahrts-Wochenende wird die sonst so beschauliche Ruhe auf der Insel empfindlich gestört. Schon bald werden Bühnen aufgebaut, die Gastronomen des Ortes rüsten sich auf den großen Ansturm, Musiker bereiten sich auf ihre Auftritte vor, die Hotels und Pensionen beantworten die Fragen nach den letzten freien Betten. Grund: Das inzwischen 11. Juister Musikfestival. An den drei Tagen von Donnerstag, 13. Mai, bis Samstag, 15. Mai, spielen insgesamt 140 Musiker 30 Konzerte.
Auch im elften Jahr seines Bestehens hat sich am Grundkonzept nichts geändert. Am Donnerstag, dem Anreisetag für die meisten der insgesamt rund 8000 Besucher, finden einige ausgewählte Konzerte statt. Der Freitagabend gehört den Gastronomen und Hoteliers der Insel, in deren Lokalitäten acht parallele Konzerte für außergewöhnliche Stimmungen sorgen werden. Weitere Gruppen spielen dann tags darauf ein weiteres Mal – nun aber über den Samstag verteilt unter freiem Himmel. Abgerundet wird das Festival durch das Abschlusskonzert am Samstagabend der Gruppe Roadhouse aus Düsseldorf auf dem Kurplatz in der Dorfmitte, dem zentralen Veranstaltungsort. Dank vieler kleiner und großer Sponsoren zahlen die Besucher für alle Veranstaltungen lediglich einen Ticketpreis von nur 12 Euro.
Auf das Juister Festival freuen sich Jahr für Jahr besonders die Stammgäste. Viele sind seit der ersten Stunde im Jahr 2000 dabei, gelobt wird von Musikern und Gästen die tadellose Organisation, die familiäre Atmosphäre, die auch bei gelegentlichem Regenwetter exzellente Stimmung sowie die Qualität der Musikgruppen. In diesem Jahr stammen Instrumentalisten u.a. aus England, Irland, Jamaika, den Niederlanden und Deutschland. Die Stile sind dabei so unterschiedlich wie die Herkunft der Bands: Zeitgemäße Rock- und Popmusik gehört zum Repertoire, aber auch viel Jazz, etwas Reggae, Folk. Auch einige Liedermacher sind dabei. Für die kleinsten Besucher tritt erstmalig die schon aus dem Fernsehen bekannte Kinderrockband „Die Blindfische“ auf. Ihre Bühne wird auf der Spielstraße des Festivals stehen.
Über den alljährlichen Besucherstrom freuen sich nicht nur die Veranstalter Klaus und Jörg Rosenbohm sowie Andreas Langenberg. „Die Insel ist ausgebucht, vor den Zeiten des Festivals war das über Himmelfahrt nie der Fall“, sagt Thomas Vodde, Marketingleiter der Kurverwaltung Juist, über die Bedeutung für die heimische Wirtschaft. Diese unterstützt das Festival seit den Anfangszeiten. Aktuell helfen dem Festival 60 Sponsoren – dazu gehören auch viele Insulaner. Hauptsponsor ist die EWE AG, Co-Sponsoren die Frisia AG sowie der Juister „Frischemarkt“. Freuen darf sich auch jedes Jahr eine ausgesuchte wohltätige Organisation. Wie im vergangenen Jahr erhält der DRK-Ortsverband Juist einen Teil des Erlöses aus dem Verkauf der Eintrittskarten. Der Ortsverband will mit den Geldern einen strandgängigen Rettungswagen anschaffen, um schnelle Hilfe am Strand und Gelände leisten zu können.
Blindfische
Rockband aus Oldenburg: Fetzige Rockmusik, grooviger Rap, witzige und nachdenkliche Texte, das sind die Markenzeichen der Blindfische. www.blindfische.de
Roadhouse
Rock-Pop Cover-Band aus Düsseldorf
Das sind die Festival-Macher
Gründer und seit Bestehen der Chef-Organisator des Juister Musikfestivals ist Klaus Rosenbohm. 1999 organisierte er ein Konzert für eine Jubiläumsfeier für ein Appartement-Haus. Die Besucher waren begeistert, der Erfolg groß. Rosenbohm fand Gefallen an der Aufgabe. Ein Jahr später fand das erste Juister Musikfestival statt. Auch heute ist Rosenbohm der Hauptverantwortliche für das musikalische Programm.
Mit im Festival-Boot ist seit dieser Auflage sein Sohn Jörg. Jörg Rosenbohm betreibt selbst eine Marketing- und Eventagentur und ist zudem Geschäftsführer des Fußball-Oberligisten VfB Oldenburg. „Eine Herzensangelegenheit“ sei das Festival für ihn. „Ich war immer ein begeisterter Besucher, jetzt will ich mithelfen, die tolle Veranstaltung zu erhalten.“
Andreas Langenberg ist als Juister der „Vor-Ort-Manager“. Über seinen Schreibtisch laufen die immens vielen Zimmerbuchungen der Musiker, ihres Begleittrosses und der vielen Helfer.
Unterstützt wird das Juister Musikfestival von vielen weiteren Mitarbeitern von der Insel. „Das Helferteam ist seit Jahren etabliert, sie wissen genau, wie es läuft. Ohne sie wären wir aufgeschmissen“, sagen die drei Organisatoren einstimmig. Insgesamt arbeiten rund 25 Menschen ehrenamtlich am Gelingen des Festivals.
Heimlicher Höhepunkt auf dem Bauernhof:
Das Programm 2010
140 Musiker, 20 Bands, 30 Auftritte: Beim Juister Musikfestival wird auch 2010 für jeden Geschmack gesorgt. Zu den Headlinern gehört sicher die Düsseldorfer Gruppe Roadhouse. Im vergangenen Jahr wurde sogar der Fernsehsender Kabel 1 auf die überregional erfolgreiche Coverband aufmerksam und lud Roadhouse zu der TV-Show „Deutschlands beste Partyband“ ein.
Ein heimlicher Höhepunkt für viele Besucher ist das Konzert an der Domäne Bill, einem vom Ort rund acht Kilometer westlich gelegener Bauernhof. Jahr für Jahr bietet sich das gleiche Schauspiel: Noch kurz vor dem Auftritt glauben die Musiker, kaum einen Zuhörer zu haben. Doch dann, pünktlich zum Konzertbeginn, nähert sich plötzlich ein kaum enden wollender Pulk aus Fahrradfahrern und Kutschen, der sich auf dem schmalen Weg zur Domäne Bill vorarbeitet. „Ein unbeschreibliches Erlebnis, wenn das Publikum im Sichtfeld auftaucht“, berichtet einer der Musiker. Dieses Mal wird die Rock´n Roll-Formation „Smashing Piccadillys“ dieses Erlebnis haben.
The Smashing Piccadillys
In der typischen Besetzung Gitarre, Schlagzeug & Kontrabass fegen die Hits der 50er Jahre von der Bühne; Einmalige Bühnenperformance




